Frage: Lieber Aaravindha, kannst Du uns sagen woher du kommst? Was dein spiritueller Hintergrund ist, dein spiritueller Weg?
Aaravindha: Die Antwort auf diese Frage ist sehr vielschichtig und wird möglicherweise nicht für jeden ganz leicht zu verstehen sein.

Heutzutage haben die meisten Menschen ihre festen Vorstellungen von der Wirklichkeit und wenig Raum für Alternativen, außer in ihrer Fantasie und in ihren Märchen. Die meisten Menschen sind an die Idee von Geburt und Tod gebunden, so wie wir sie hier in unserer irdischen Welt erleben. Aber es gibt auch andere Welten, höhere und niedere und natürlich innerhalb dieses Universums, auch Parallelwelten zu unserer Mittelwelt. Es ist sehr schwierig aus einer der niederen Welten in diese Welt zu inkarnieren, aber es kommt vor. Wir können es durch die Inkarnation der Wesenheiten beobachten die diesem Planeten einen enormen Schaden oder Schmerz zufügen, ohne jemals die Konsequenzen zu berücksichtigen. Im Gegensatz dazu ist es sehr leicht diese Erde aus einer der höheren Welten zu betreten, obwohl das nicht so häufig geschieht, da sich die höheren Welten in größerer Harmonie mit den wesentlichen Qualitäten des Seins befinden, als unsere Welt dies momentan tut. Diese oberen Welten sind mir am vertrautesten.
Ich habe mich bewusst dafür entschieden, in diese Welt zu kommen, und zwar aus zwei Gründen. Zum einen um einen Schwur, ein Versprechen zu erfüllen, das ich gegeben habe. Dieses Versprechen habe ich der Einen Göttlichen Mutter gegeben, die ich unmittelbar als Ausdruck der höchsten und reinsten kreativen Kraft der ursprünglichen Einheit erfahre. Zum anderen, weil ich daran gebunden bin, dem Ruf meines Herzens zu folgen. Den Ruf in unseren Herzen wahrzunehmen, setzt eine besondere Art und Weise des Hörens voraus. Wir können lernen, nicht nur mit unseren Ohren zu hören, sondern auch mit unserem Herzen. Es ist wie ein inneres Hören, ein Hineinspüren, Hineinhören in unser Herz. Wenn ich das tue, wenn ich mit dem Herzen höre, dann nehme ich beides wahr, die Kämpfe und die Freuden dieser Welt. Obwohl mein eigenes Leben mit Freude und Seligkeit erfüllt ist, geht es mir wie allen Wesen, die früher oder später erkennen, dass auch die reinste Erfahrung von Glückseligkeit nicht verhindern kann, dass unser Herz dem Leidensruf dieser Welt antworten will. Wenn dieser Ruf des Leidens unser Herz berührt, geschieht etwas Einzigartiges in uns. Wenn wir uns tief berühren lassen, sind wir sofort verbunden mit dem Teil in uns, der weiß und schon immer wusste.
Und von hier aus können wir antworten.
Es ist kein Mitleid, das wir fühlen, es sollte niemals damit verwechselt werden, denn Mitleid kann nicht dazu beitragen, das Leiden dieser Welt zu lindern. Dieses Einzigartige, dieses Ziehen in unserem Herzen ist der Ruf nach wahrem Mitgefühl. Wahres Mitgefühl bedeutet, dass wir dem Ruf unseres Herzens folgen, indem wir ihm durch unser Handeln Ausdruck verleihen.
Das ist der zweite Grund für meine Entscheidung, in dieses Leben zu treten, meinen Seva (spiritueller Dienst) zu leben, mich zur Verfügung zu stellen, anzubieten, der Göttlichen Mutter, dem göttlichen Selbst, dem göttlichen Licht, das mir aus jedem Augenpaar, dem ich begegne, entgegenstrahlt.
Du hast mich gefragt, auf welchem spirituellen Pfad ich mich befinde. Ich befinde mich auf keinem Pfad. Jeder spirituelle Pfad ist eine vorübergehende Erfindung, letztendlich eine Illusion, die einen bestimmten Zweck erfüllt. Wir haben die Hoffnung, dass uns dieser Pfad, wenn wir ihm folgen, in die Selbstrealisation führt. Aber am Ende stellen wir fest, dass wir auf diesem Weg nicht wirklich etwas gewinnen. Am Ende werden wir gezwungen, jedes Konzept, jeden Pfad, wieder zu verlassen, vollständig loszulassen.
Das Jagen nach Erleuchtung, nach spiritueller Vollkommenheit, muss letztlich losgelassen werden, geopfert werden, für die Erfahrung totaler Gegenwärtigkeit. Dann löst sich „der Pfad“ auf.
Einige Leute mögen sagen, dass wir unserem Weg zu Gott, unserem Weg in die Erleuchtung konsequent und beständig folgen müssen. Für eine bestimmte Zeit unserer spirituellen Entwicklung mag das sehr wichtig erscheinen. Aber letztlich werden wir erfahren, dass es keinen Ort gibt, den wir aufsuchen können, an dem Gott nicht existiert. Es gibt nichts, was wir tun können, um Gott näher zu kommen.
Viele von uns sind auf der permanenten Jagd nach Vervollkommnung und einige sind ebenso auf der Jagd, sich zu beweisen, dass sie unvollkommen sind. Beides sind nur Annahmen, die uns begrenzen, sind Ausdruck einer von uns bevorzugten Wirklichkeit über uns selbst. Wenn wir wahrhaftig von Selbstrealisation sprechen wollen, müssen wir jede Idee aufgeben, dass die Perfektion, die Vollkommenheit, ein erreichbares Ziel sein könnte. Dieses Leben besteht aus Unvollkommenheiten.
Es befindet sich in einer unaufhörlichen Bewegung. Es erschafft sich permanent neu, von Augenblick zu Augenblick. Und in diesem unendlichen „Sich entfalten“ liegt die Möglichkeit der Vervollkommnung. Doch wir können und werden an den Punkt des Verstehens gelangen, an dem wir begreifen, dass nicht die Perfektion das Ziel ist, dass nicht das Erlangen von Vollkommenheit der Segen unseres Erwachens ist.
Letztlich werden wir begreifen, dass wir fähig sind uns einzustimmen, hinzuhören, zu spüren zu sehen, uns auszudehnen und schließlich zu erkennen, dass wir Eins sind. Wir selbst sind der Schöpfer, wir selbst haben die Möglichkeit, unser Leben mit dem Licht der wahren Selbstrealisation zu erleuchten.
Das ist die wahre Kunst des Lebens.
Frage: Wie würdest du deine Lehre bezeichnen? Als eine Philosophie, eine Religion oder eine Wissenschaft?

Aaravindha: Ich würde sagen, ich habe zwei Dinge anzubieten, eine spirituelle Lehre und eine „Wissenschaft des Lebens“.
Philosophie und Religion würde ich gerne folgendermaßen unterscheiden:
Eine Philosophie beinhaltet das gesammelte Wissen um eine bestimmte Idee oder einen Standpunkt herum. Sie bekräftigt und unterstützt diese Idee, diesen Standpunkt theoretisch und nimmt dadurch Einfluss auf unser Leben. Aber sie beinhaltet nicht zwangsläufig eine spirituelle Entwicklung.
Religionen sind immer spezielle Systeme der Anbetung und Verehrung, die sich aufgrund einer Überzeugung bilden oder eine bestimmte spirituelle Richtung fördern. Religion ist nicht immer die letzte Antwort auf unsere Suche nach Wahrheit; stattdessen bringt sie meistens ein Dogma mit sich, das sich durch bestimmte Grundüberzeugungen und Sichtweisen gebildet hat. Sie flüstert der Menschheit ein, ihr spirituelles Wachstum, ihren spirituellen Weg an dieses Dogma zu binden. Religion erfüllt nur dann ihren bestmöglichen Sinn, wenn sie sich in einer konstanten Weiterentwicklung befindet. Wird sie zu starr oder fixiert auf die zugrunde liegende Glaubenslehre, beginnt sie zu sterben.
Religionen bieten auch nicht notwendigerweise Systeme oder Vorstellungen an, die die Selbstverwirklichung zulassen oder unterstützen. Die meisten Religionen sind lediglich Leitlinien, die das individuelle Selbst irgendwo zwischen den Streitkräften Gottes und des Bösen platzieren. Religionen haben es bis jetzt noch nicht geschafft, ihr wahres Potential in dieser Welt zu verwirklichen.
Die spirituelle Lehre ist ein Angebot; das Kreieren eines Raumes, in dem der einzelne selbständig etwas für sich entdecken kann. Sie ist eine Reise zur Selbstverwirklichung, während der jeder durch seine Einzigartigkeit ans Ziel gelangen kann. Diese Art von Lehre bindet niemanden an irgendeine Philosophie oder Religion. Sie ermöglicht und erlaubt eine Verfeinerung und Vertiefung des Wesentlichen in der „Kunst des Erwachens“. Sie beginnt mit der Anerkennung jedes Wesens als göttliche Essenz. Entgegen dem Glauben, dass es so etwas wie eine Trennung des Einzelnen von dem/der Schöpfer/in gibt.
Ein spiritueller Lehrweg ist die Kunst des Erkennens und der Selbstverwirklichung. Durch diese Kunst wird der Einzelne auf eine sehr rezeptive Art und Weise zu seiner/ihrer Befreiung geführt. Diese Freiheit, als Zustand von erwachtem Bewusstsein, lässt den Glanz des göttlichen Willens und der schöpferischen Kreativität hervorscheinen. Diese spirituelle Befreiung erlaubt dem wahren Selbst seine wirkliche und wesentliche Bestimmung zu leben. Haben wir diesen Punkt erreicht, so steht uns ein unbegrenztes Potential zur Verfügung. Die spirituelle Lehre führt uns zu unserem Dharma, zu unserer eigenen Beziehung mit dem höheren Selbst; sie führt uns zu der einen Präsenz, die sowohl unser individuelles Leben, als auch das kollektive, aufrechterhält. Die Lehre ist immer und für jeden einzigartig und kann aus diesem Grunde niemals an irgendein Dogma oder eine bestimmte Glaubensrichtung gebunden sein. Sie kann jedoch bestimmte Systeme benutzen und anbieten, um den inneren Weg des Einzelnen zu stärken und zu unterstützen. Aus diesem Grunde muss jede echte spirituelle Lehre in hohem Maße auch eine „Wissenschaft des Lebens“ sein. Mit ihren Methoden stellt sie ein Werkzeug zur Verfügung, das dem wahren Selbst hilft, sich in seiner beabsichtigten und vorgesehenen Ausdrucksform zu entfalten.
Frage: Folgst du einer bestimmten Tradition?
Aaravindha: Mein Leben ist ein Anbieten von Seva (spiritueller Dienst).
Um das wirkliche Wesen von Seva zu ehren braucht man einen vollständigen Zugang zum Göttlichen und muss gleichzeitig ein Ohr offen haben, für das Leiden dieser Welt. Jedoch kann das Leiden der Welt allein nicht die vollständige Gnade von Seva hervorrufen. Seva findet seinen wahren spirituellen Ausdruck, wenn wir es als Weg der Kommunikation benutzen, als eine Form der Inspiration oder als eine Möglichkeit andere darin zu unterstützen, ihren Weg aus dem Schatten ins Licht zu finden.
Ich bin in dieses Leben gekommen um anderen zu helfen die „Kunst der wahren spirituellen Selbstverwirklichung“ zu erlernen, sie zu begleiten, wenn sie sich über das Bekannte und Nennbare hinauswagen. Jenseits des Nennbaren wartet ein unendliches Potential, von uraltem Wissen und Erinnerungen darauf, wieder entdeckt zu werden. Ich bin gekommen um denen, die bereit sind, einen Weg zu diesem Potential zu zeigen.
In dem Maße, in dem das kollektive Bewusstsein beginnt sich nach innen zu wenden, um die Stärke zu finden, die diese Welt für die kommenden Tage der Transformation benötigt, wird das höhere Selbst antworten. Es wird alles zur Verfügung stellen, was wesentlich ist. Ich gehöre einer zeitlosen solaren Tradition an. Diese Tradition ist mir seit meiner Geburt bekannt. Zeit meines Lebens werde ich von einer Gruppe unsterblicher Meister unterstützt und geführt. Diese Meister sind innerhalb der solaren Tradition vollständig erwacht. In ihrem Herzen gehört diese Tradition der gesamten Menschheit, der gesamten Existenz. Sie zeigt sich immer dann, wenn die Zeit reif ist; wenn die Menschheit eine neue Stufe der Entwicklung zu betreten hat. Wenn die alten und häufig destruktiven Muster und Gewohnheiten sich auf eine derart zerstörerische Weise ausdrücken, dass es nicht länger möglich ist sie aufrecht zu erhalten. Alle Dinge und Wege müssen unvermeidlich durch die Zerstörung gehen, um innerhalb einer größeren Ordnung, in der Entwicklung des Dharmas dieser Welt, erneuert zu werden. Wir stehen an der Schwelle eben einer solchen so einer Zeit. Aus diesem Grund sind die Lehren, die sich jetzt zeigen, absolut grundlegende und wesentliche.
Unsere Welt hält Ausschau nach ihren spirituellen Lehrern, nach den alten Weisen. Viele Wesen hier sind dazu bestimmt, diese weisen Führer zu werden. Viele der zur Zeit inkarnierten Seelen sind die Lehrer und Heiler, die helfen werden, das Alte zu erinnern und in die Erneuerung unseres erwachenden Zeitalters zu bringen.
Es ist teilweise meine Aufgabe, diesen Wesen zu helfen, ihre Kraft zu finden und ihr Dharma zu erkennen und zu leben. Ich bin hier, um ihnen zu helfen, sich zu erinnern und so, vieles von dem, was sie verloren haben, zurückzuerlangen. Jedes Wesen trägt das Potential der Selbstverwirklichung und der Verwirklichung des Willens von Gott/Göttin in sich. Jedoch sind Einige speziell darauf ausgerichtet und vorbereitet, dieser Welt durch die Zeit des Übergangs zu helfen. Diesen Wesen wird nun eine Wissenschaft und Lehre zuteil, die unter anderen Umständen der Menschheit unzugänglich bliebe. Die Zeit, in der wir leben, ist außergewöhnlich und sie erfordert außergewöhnliche Unterstützung.
Frage: Gibt es Grundregeln oder Leitlinien, die unbedingt befolgt werden sollten? Zum Beispiel in Bezug auf unsere Beziehungen oder spirituelle Praxis?
Aaravindha: Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese Frage zu beantworten:

Wir können entweder durch Leiden lernen, was meistens dann passiert, wenn wir mental völlig erschöpft oder emotional stark belastet sind. Oder wir können einer tieferen Form von Glauben und intuitiver Eingebung folgen. Wählen wir Ersteres, werden wir die Erfahrung machen, dass unser höheres Selbst uns die Möglichkeit anbietet, in unserem Leiden die Stimme des göttlichen Lehrers zu hören. Auf diesem Wege werden wir bestimmte Konsequenzen durchleben, die uns helfen können, die Natur unserer Illusionen zu erkennen. Dieses ist die am meisten verbreitete Form kollektiven und individuellen Lernens. Das Lernen durch Leid ist der vorherrschende Teil in der Formung unserer vergangenen Religionen. Leiden ist ein Wort, mit dem wir alle sehr vertraut sind. Wenn diese Welt fortfährt ihre destruktiven Gewohnheiten, die sie kultiviert hat, weiter zu verfolgen, dann wird das Leiden zunehmend als ein Lehrer fungieren.
Wenn andererseits jeder einzelne bereit ist sich rückzubesinnen, auf die „Kunst der höheren Unterscheidungsfähigkeit“, dann kann der Leidensweg beendet werden. Diese Kunst braucht vor allem die Verfeinerung unseres Hörens. Es ist eine Art intuitiven Hörens, das wir wieder erlernen müssen.
Das ist sehr wichtig zu verstehen. Sehr wichtig!
Zu diesem Zweck können bestimmte Richtlinien und Praktiken sehr hilfreich sein. Es gibt bestimmte spirituelle Richtungen, die in ihrer Praxis dazu führen, die Sensibilität des intuitiven Hörens, zu vergrößern.
Es ist eine Kunst, die in höchstem Maße unsere Aufrichtigkeit, Ernsthaftigkeit, Empfänglichkeit und Menschlichkeit erfordert. Um in dieser Kunst Meister zu werden, ist die Rückkehr zu unserer Unschuld eine wesentliche Voraussetzung. Alle wahrhaftigen spirituellen Praktiken beginnen mit dieser Unschuld und unserer Empfänglichkeit.
Müssen wir lernen unsere Beziehungen zu transformieren? Ja, absolut!
Keine Beziehung kann so bleiben wie sie ist; weder mit unseren Freunden, noch mit unserer Familie und auch nicht mit unseren Geliebten. Sie müssen alle transformiert werden, wir müssen in unseren Beziehungen vollkommen empfänglich werden. Empfänglich für den Ruf, der alles durchdringt, und der uns in unser Sein geführt hat. Versteht ihr, es beginnt alles mit der Beziehung zu dir selbst. Wenn das Göttliche in dir selbst verwirklicht ist, dann wirst du es auf ganz natürliche Weise auch überall in der äußeren Welt entdecken. Aber es beginnt mit deinem eigenen Erwachen!
Wenn das Selbst nicht befreit ist, nicht zuerst in dir selbst verwirklicht ist, dann bleiben alle äußeren Beziehungen befleckt von diesem Mangel. Man kann nicht wirklich jemanden kennen, bevor man nicht sein eigenes wahres Selbst kennen gelernt hat.
Was ist die beste Richtlinie für Beziehungen? Ehre jeden so wie du Gott/Göttin ehren würdest. Wenn du einmal Gott/Göttin in dir selbst erkannt hast, wirst du entdecken, dass du deine/n Geliebte/n in allem was dir begegnet, verehren kannst. Andererseits, wenn du deine Selbsturteile nicht überwindest, werden sich auch die Urteile über andere fortsetzen. Solange du den Schein der Wahrheit, der Göttlichkeit, nicht als deinen eigenen akzeptieren kannst, kannst du nicht lernen andere zu lieben und dich lieben zu lassen. Es ist so einfach. Wenn die Schatten, die unser eigenes Licht verdunkeln, nicht aufgelöst werden, dann werden sie weiterhin unsere lebensbejahenden Vorstellungen, unsere Wahrnehmung der äußeren Realität beeinflussen.
Frage: Was kannst du aus spiritueller Sicht über persönlichen Besitz und Reichtum sagen?
Aaravindha: Im Zentrum unseres bewussten Seins steht uns eine unbegrenzte kreative Energie zur Verfügung. Wenn wir diese Kraft richtig benutzen und sie ihren Ausdruck findet, dann ist alles möglich. Durch diese Kraft können wir unvorstellbaren Reichtum oder Armut und Bedürftigkeit in unserem Leben kreieren.
Die individuelle Kreativität und ihr Ausdruck ist letztlich an die Glaubenssätze und Überzeugungen gebunden, die wir über uns selbst haben. Wenn der Glaube an die eigene Wertlosigkeit einen wesentlichen Aspekt der eigenen Identität darstellt, dann wird sich diese Überzeugung nach und nach auch im Außen manifestieren. Unsere Selbstwahrnehmung und -einschätzung wirkt wie eine Linse, durch die wir auf unser Leben schauen. Wir können Armut oder Reichtum, Krankheit oder Gesundheit oder sogar so etwas wie die Hölle oder den Himmel auf Erden erschaffen.
Im Grunde ist es sehr einfach; unsere Identifikationen bestimmen letztendlich unseren Ausdruck in diesem Leben.

Die Annahme, dass Reichtum in irgendeiner Weise schlecht für den spirituellen Weg ist, ist falsch. Entsagung und Verzicht gelten zwar in vielen Teilen der Welt als eine spirituelle Praktik, jedoch bestätigt diese Haltung letzten Endes die Abspaltung von Gott/Göttin. In dieser Schöpfung finden wir alles in Vollkommenheit, Reichtum wie Armut. Wie sollten wir die Schöpfung vom Schöpfer trennen? Entsagung und Verzicht implizieren, dass der Ausdruck des Schöpfers in dieser Welt nicht heilig und vollkommen ist und dass ein Teil seiner Schöpfung gemieden werden sollte, geopfert für eine beschränkende Idee. Aber was ist nicht heilig und vollkommen innerhalb der Schöpfung? Wo sollte das Göttliche göttlicher sein als genau hier, in genau diesem Moment? Wo und in welchem Augenblick sollte unser höheres Selbst nicht gegenwärtig sein?
Fülle ist wie ein Fluss, lerne, dich ihm anzuvertrauen und mit ihm zu fließen, und er wird dich schließlich zum Meer führen. Durch unsere aufrichtige Empfänglichkeit, mit der wir alle Aspekte unseres Lebens annehmen, werden wir unser Erwachen finden. Das Leben ist eine göttliche Kunst voller Geheimnisse, die es zu entdecken gilt. Dann wird uns der Glanz der göttlichen Gegenwart, der sich immer wieder und unaufhörlich, von Moment zu Moment neu entfaltet, berühren und segnen.
Reichtum ist eine natürliche Folge von innerer Fülle, ein wesentlicher Teil unserer wahren Natur. Fülle und Wahrhaftigkeit sind wie Geschwister. Sie sind die Grundpfeiler auf die sich all unsere spirituellen Erfahrungen letztlich stützen.
Fülle ist der kreative Schein einer inneren, zugrunde liegenden Struktur des Wissens um die Wahrheit. Die Vorstellungen darüber, was Reichtum für jeden einzelnen bedeutet, sind so vielfältig wie die gesamte Menschheit. Jedes Wesen hat im Laufe seines Lebens seine eigenen Ideen dazu entwickelt. Es gibt den Reichtum an Talenten, an Wissen, an kreativen Ideen; du kannst reich an Freude sein, an Liebe; oder reich im Gegenwärtig sein. Das Ansammeln von Besitz ist nicht repräsentativ für die wahre Bedeutung von Reichtum. Diese Ansammlungen sind nur flüchtige Erscheinungen, die wir für einen bestimmten, kurzen Moment in der Zeit für real halten. Wollen wir wirklich wissen was Reichtum bedeutet, so müssen wir das Potential der kreativen Kraft in uns entdecken. Wenn wir in Kontakt zu dieser Quelle kommen, diese Energie frei fließen lassen und bewusst in den Ausdruck bringen, dann wird augenblicklich das unendliche Potential der Möglichkeiten, die aus der Fülle und unserem inneren Reichtum entstehen, freigesetzt.
Es sind nicht die Früchte deiner Arbeit, die dir Erfüllung bringen. Unsere Erfüllung liegt im Erfahren des Lebens als Ausdruck der göttlichen Schöpfungskraft, die sich von Moment zu Moment in uns entfaltet und durch uns ausdrücken will. Jeder von uns ist beides, Schöpfer und Schöpfung, wir sind das Gemälde Gottes, aber wir sind auch die Hand, die es gemalt hat. Jedoch dürfen wir uns nicht mit dem Objekt, mit dem Ausdruck identifizieren. Wenn das Objekt zum Eigentum wird, bindet es die Person in gewissem Maße. Je mehr jemand den Anspruch erhebt etwas zu besitzen, desto mehr bindet er sich. Doch es gibt eine Alternative die uns Freiheit schenkt. Wenn wir alles was uns begegnet in dankbarer Empfänglichkeit annehmen oder auch in Dankbarkeit ziehen lassen, wenn die Zeit dafür reif ist, dann bleiben wir ohne Anhaftung.
Nichts in dieser Welt ist für immer und ewig; keine Sache, kein Besitz, keine Person und keine Beziehung kann uns jemals die tiefe Erfüllung bringen, nach der sich jeder von uns letztlich in seinem Herzen sehnt.
Unser höheres Selbst ist der eigentliche Schöpfer, der ultimative Träumer. Wenn wir dieses höhere Selbst erkennen und verwirklichen, wird das gesamte Universum uns gehören, denn wir erkennen, dass wir eins mit allem sind. Was gibt es dann noch zu tun oder zu besitzen? Das, was wahrhaftig zu uns gehört, lässt sich nicht in Besitz nehmen, aber wir können es durch unser Sein beleben und in den Ausdruck bringen. Mitgefühl, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Großzügigkeit, Güte und Liebe, wenn wir diese Eigenschaften realisieren wollen, müssen wir sehr großzügig mit ihnen umgehen und sie, ohne zu zögern, immer wieder verschenken. Wenn wir aus dieser Fülle heraus handeln, werden wir zum Ausdruck der göttlichen Schöpfung, die ständig durch uns hindurch scheint.
Frage: Was hältst du von westlich geprägten Wissenschaften wie z.B. der Psychologie oder der Medizin?
Aaravindha: Wissenschaften sollten immer auch die Grundlagen des wahren Selbstwissens berücksichtigen und integrieren. In der heutigen Zeit erfahren die verschiedenen Wissenschaften, so auch die westliche Medizin, fast täglich enorme Durchbrüche und kommen zu neuen Erkenntnissen. Von einem höheren und weiter reichenden Standpunkt aus betrachtet befinden sie sich jedoch nach wie vor auf einem relativ primitiven Stand. Zum Beispiel werden Krankheiten in den meisten Fällen symptomatisch behandelt, das gilt sogar für viele der präventiv arbeitenden Systeme. Die ursächlichen Gründe, die zu einer Krankheit führen, werden nur selten berücksichtigt. So werden Körper und Geist als biologische Systeme behandelt, die man einem gewünschten standardisierten Endresultat entsprechend beeinflussen muss. Das mag vielleicht die äußeren Probleme einer Krankheit lösen, aber die grundlegende Ursache wird fast immer außer Acht gelassen.
Die moderne Psychologie hat verstanden, dass es nötig ist, jenseits der rein physischen Ursachen zu schauen, aber auch sie hat ihre Grenzen. Im Laufe der Zeit haben sich in unseren westlichen Gesellschaften gewisse Gesundheitsstandards entwickelt und Ärzte, Psychologen und Wissenschaftler haben nun die Idee, dass ein Mensch dann gesund und normal ist, wenn er sich innerhalb dieser standardisierten Grenzen bewegt.
In einem wahrhaft holistischen System finden wir ein grundlegendes Verständnis für die Prinzipien der Selbstverwirklichung. Unser wahres Selbst befindet sich jenseits der verstandesorientierten Grenzen der Psychologie. Innerhalb des psychologischen Systems gilt das „Ego“ als Zentrum des Bewusstseins. Die moderne Psychologie beruht gänzlich auf dem Bestreben, dem Ego, verwirrenderweise auch „Ich“ genannt, mit den verschiedensten Methoden zu helfen, anpassungsfähig an die Herausforderungen des Lebens zu werden, dann gilt es als „heil“ und gesund. Ich würde es vorziehen, das „Ich“ mit dem höheren Selbst gleichzusetzen und es dem „Ego“ gegenüberzustellen.
Letztlich finden wir allerdings im Zentrum unseres Bewusstseins gar nicht das „Ego“, sondern das reine höhere Selbst. In unserem Zentrum sind wir mit der reinen schöpferischen Energie dieser Existenz verbunden, die im Sanskrit auch als „Shakthi“ (weibliches Prinzip) bezeichnet wird. Und wir sind gleichermaßen mit einer übergeordneten universellen Struktur verbunden, die unser Universum zusammenhält (männliches Prinzip). Die Vereinigung dieser beiden Aspekte, die zugrunde liegende Struktur und die ursprüngliche kreative Energie, die sich durch diese Struktur ausdrückt, ist im Zentrum unseres eigenen Bewusstseins deckungsgleich mit unserem höheren Selbst.
Das Ego ist abhängig von der Zeit und der Dualität. Ohne diesen Bezugsrahmen könnte es nicht existieren. Das höhere Selbst, das wahre Ich, ist unbegrenzt, es ist von ewiger Natur und lebt in der Einheit, nicht gebunden an Zeit und Raum, nicht gebunden an die linearen Gesetze von Ursache und Wirkung. Unser höheres Selbst ist der Schöpfer unseres Lebens, unserer Realität. Es ruht in der göttlichen Ordnung, der allem zugrunde liegenden Ordnung des göttlichen Willens. Dieser göttliche Wille findet seinen Ausdruck in besagter ursächlicher Struktur, die jeglicher Manifestation, jeglicher Formgebung zugrunde liegt. Könnten wir unser Ego so einstimmen, dass es den Anweisungen dieser Ordnung, des göttlichen Willens, der durch unser höheres Selbst zu ihm (dem Ego) spricht, Folge leisten würde, dann würden sämtliche Krankheiten aufhören zu existieren.
Mit anderen Worten, um gesund und heil zu sein, egal auf welcher Ebene, müssen wir als erstes lernen, den Verstand als einen Diener für unser höheres Selbst und für unseren Seva (spirituellen Dienst) einzusetzen. Dies ist eine spirituelle Kunst, eine spirituelle Wissenschaft, die in unseren modernen psychologischen und wissenschaftlichen Denkmustern noch in den Kinderschuhen steckt.
Frage: Was fällt dir zum Dalai Lama, zum Papst, zu George Bush ein?

Aaravindha: Obwohl genannte Personen alle sehr unterschiedlich in ihren Rollen und Aufgaben sind, haben sie doch alle die gleiche göttliche Seele. Ihre Herzen sind gleichermaßen von Gott/Göttin bewohnt. Jeder von ihnen hat, ebenso wie die sie umgebende Welt, eine einzigartige Beziehung zu der Quintessenz unseres Seins. Und obwohl sie so verschieden erscheinen, dient jeder einzelne, dem von ihm gewählten Ideal. Sie haben sich durch viele Lebenszeiten hindurch zu den Männern entwickelt, die sie heute sind. Ihr jetziges Leben ist das Ergebnis all ihrer Vorstellungen, Auffassungen und Erkenntnisse, die sie bis heute angesammelt haben. In der Wurzel, im Kern eines jeden Wesens existiert ein Schein, ein Glanz von Dharmi. Dharmi ist die göttliche Intention, die göttliche Absicht, die einen Strahl ihrer selbst in jedes Menschendasein schickt.
Jede Identifikation mit einer Illusion beeinflusst die Reinheit dieses Dharmischen Strahls. Je weniger Illusionen vorhanden sind, desto weniger wird sich der Strahl von seiner ursprünglichen Intention entfernen. Der Mind funktioniert wie eine optische Linse. Ist sie von den Schatten der Illusionen verzerrt oder verschmutzt, dann nimmt das ursprüngliche, durch sie hindurch scheinende Licht die Formen dieser Schatten an. Jedes Wesen hat einen Grund, eine bestimmte Absicht für dieses Leben. Jedes Wesen hat einen eigenen, individuellen Strahl von Dharmi, den es in den Ausdruck bringen soll. Je nachdem, ob wir mehr Schmerz oder Glückseligkeit erfahren, erkennen wir, ob wir unserem Dharmischen Strahl folgen oder nicht. Der persönliche Ausdruck, die individuelle Bestimmung als Ausdruck der göttlichen Absicht ( Dharmi), wird Dharma genannt. Ist die Linse rein und klar, dann kann die göttliche Absicht als unser eigener Strahl, unser Dharma, durch sie hindurch scheinen und wir werden Glückseligkeit erfahren.
Berühmte Leute sind deshalb berühmt, weil die Menschen, die ihnen folgen, sie dazu gemacht haben. Warum? Weil die meisten Menschen gelernt haben, ihre Macht jemand anderem zu übergeben. Wenn ein Lehrer in unser Leben tritt, ist es wichtig ihm gegenüber empfänglich zu sein, aber wir müssen gleichermaßen lernen, die Erkenntnisse, die wir unter seinem Einfluss gewonnen haben, umzusetzen. Hinzu kommt, dass nicht jeder Lehrer immer aus der Wahrheit heraus handelt. Der Lehrer kann viele verschiedene Formen und Gesichter annehmen, er kann aus dem Licht oder aus dem Schatten zu uns kommen. Wir müssen lernen eigenverantwortlich zwischen der Wahrheit und einer Illusion zu unterscheiden. Die Tatsache, dass Menschen immer wieder ihre eigene Stärke und Selbstverantwortung abgeben, sich selbst aufgeben und in blindem Vertrauen einer anderen Person folgen, nur weil sie berühmt ist oder eine Machtposition innehat, ist einer der Gründe, warum unsere Welt heutzutage in so großen Schwierigkeiten steckt.
Letztlich lebt in jedem von uns ein Lehrer, wir müssen nur gewillt sein ihn in uns zu entdecken. Für jeden, der nicht gelernt hat die ehrgeizigen Bestrebungen des Egos von den reinen Absichten des höheren Selbst zu unterscheiden, ist dies eine gefährliche Reise.
Frage: Würdest du dich als neuen Guru bezeichnen?

Aaravindha: Heutzutage wird der Ausdruck Guru nur selten richtig verstanden. Die wahre Bedeutung von Guru ist einfach „Lehrer“. Der Ausdruck Guru’Dev bezeichnet einen Lehrer der seine/ihre Göttlichkeit gänzlich verwirklicht hat. Heute finden wir Tausende von selbstgemachten Gurus, die in den Westen kommen. Denn hier hat sich, neben dem nach wie vor im Osten existierenden Markt, in den letzten Jahren der neue „spirituelle“ oder auch „New Age Markt“ entwickelt. Es ist nicht leicht, unter dem enormen Angebot und all den Aktivitäten einen wahren Lehrer zu finden. Wir leben in einer Welt, in der sich Wirklichkeit und Illusion vermischen. Das gleiche gilt für die Welt der Gurus. Deswegen haben manche Gurus diesem Begriff ein schlechtes Image gegeben. Außerdem wechselt die Welt gerade in eine andere Phase des Lernens. Wir können die Menschen in drei Gruppen unterteilen, was das spirituelle Interesse angeht. Die erste ist die Gruppe der ernsthaft Suchenden, es sind Menschen, deren höchstes Ziel ihre spirituelle Vervollkommnung ist. Die zweiten sind irgendwie spirituell interessiert, aber nicht notwendigerweise bereit, ihre spirituelle Sehnsucht auch zu leben und umzusetzen. Und in der dritten Gruppe finden wir all jene, die bis jetzt in ihrer Weisheit nicht soweit gereift sind, als dass sie die Möglichkeiten des Erwachens erkennen könnten. Ich werde zu der ersten Gruppe sprechen, denn diese spirituell Ausersehenen sind die einzigen, für die meine Antwort einen Wert hat.
Wir leben in einer Zeit voller neuer Herausforderungen. In der Vergangenheit war es für den Suchenden zeitweise nötig, einen Guru oder Lehrer zu finden, der die Verantwortung und Obhut für ihn und sein gesamtes Leben übernahm. Wenn dieser Lehrer ein wahrhaftiger Führer war, geschah das in aller Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit.
Die Welt hat sich gewandelt!
Heute finden wir viele alte Gurus und Schüler, die sich in untraditionellen Rollen und Leben inkarniert haben. Viele dieser Wesen haben sich zuvor auf sehr hohen Ebenen der spirituellen Entwicklung befunden. Und trotzdem haben viele von ihnen keine Idee davon, wie machtvoll sie eigentlich sind. Die heutige Aufgabe des wahren Sehers ist es, diesen Wesen zu helfen, den letzten Schritt in ihre eigene Erleuchtung, in ihr Erwachen zu gehen, damit sie ihre Bestimmung und ihren Auftrag erfüllen können. Das erfordert ein Loslassen von traditionellen und herkömmlichen Rollen. Diese Wesen, von denen ich spreche, sind ohne spezielle Roben, ohne eine bestimmte Religion und ohne Tradition in diese Welt gekommen. Diese Zeit ist geprägt durch die Aufforderung zur Rückbesinnung und einer unvergleichlichen Herausforderung zur Eigenverantwortlichkeit und Authentizität. Außerdem ist es eine Phase von enormem Umbruch und Wandel. Diese Zeitqualität bringt die „Alten Weisen“ des nächsten Zeitalters hervor.
Meine Aufgabe ist es, jedem Wesen, das sich gerufen fühlt, zu helfen sich zu erinnern. Sich zu erinnern an das überlieferte uralte Wissen und sie damit zu befähigen, ihr einzigartiges Geschenk wieder zu entdecken, das sie für diese Menschheit bereithalten. Das Überleben unserer Welt hängt von diesen Wesen ab.
Ich kann nicht die traditionelle Rolle eines Gurus übernehmen. Ich kann nicht die Verantwortung für andere übernehmen, aber ich kann sie darin unterstützen, ihr eigenes Licht zu finden, dieses Licht zum Leuchten zu bringen und immer heller und strahlender scheinen zu lassen. Ich kann ihnen helfen, Verantwortung zu übernehmen, für sich und ihre eigene spirituelle Entwicklung.
Ich bin nicht daran interessiert, berühmt oder reich zu werden. Ich stelle mich zur Verfügung und biete mich an, in Kontakt zu treten mit denjenigen, die für diesen Übergang, innerhalb ihres eigenen und des kollektiven Bewusstseins, bereit sind. Ich befinde mich im Seva (spiritueller Dienst). Mein Leben ist dem Willen und der Macht des höchsten geliebten Wesens gewidmet, das sich mir durch jedes Augenpaar zeigt. Gewidmet dem Licht, das in den Herzen eines jeden Wesens wohnt. Einige werden den Ruf dieser Möglichkeit hören und in ihren Herzen spüren, andere werden einfach weiterfliegen.
Frage: Kannst du uns etwas über deine spezielle Gabe, die Orakulare Sicht sagen?
Aaravindha: Die Orakulare Sicht ist etwas schwierig zu erklären. Die meisten Leute nehmen an, es handelt sich um eine Art medialer Fähigkeit oder Gabe. Aber in Wirklichkeit ist sie etwas anderes. Es gibt besondere mediale Fähigkeiten die sich auf die Wahrnehmung beziehen, in diesen Fällen handelt es sich um eine Sensibilisierung, eine Verfeinerung der mentalen sensorischen Rezeptoren, die man auch erlernen und trainieren kann. Die Orakulare Sicht ist nicht an irgendwelche mentalen Parameter gebunden. Die Wahrnehmungsmöglichkeiten und Funktionen des menschlichen, individualisierten Verstandes sind begrenzt auf eine definierte zeitorientierte, lineare Ordnung. Selbst wenn er verfeinert und geschult ist.
Wenn ich die Schöpfung aus der Orakularen Perspektive betrachte, erlebe ich sie nicht linear. Ich befinde mich dann in einem vollkommen rezeptiven Zustand, der jedem Aspekt der Schöpfung erlaubt, sich in seiner Fülle zu offenbaren.
Ein Beispiel dafür: Betrachtet durch die Orakulare Sicht ist ein Apfel nicht nur mehr ein Apfel, sondern durch seine Manifestation zeigt sich, der allem zugrunde liegende, ursächliche Wille, die ursprüngliche Schöpfungsenergie, die den Apfel in seinem fortdauernden Formungsprozess und gleichzeitig in seiner gegenwärtigen Form halten und beeinflussen. In der Orakularen Sicht bin ich mir der unterstützenden, erhaltenden und auch der destruktiven Kräfte, die zu der spezifischen Manifestation des Apfels führen, gewahr. Damit kann ich das menschliche Konzept von Wahrnehmung um die Aspekte des Wissens erweitern, die nötig sind, den Apfel in seinem vollkommenen, höchsten Potential von Ausdrucksmöglichkeiten zu erleben.
Wenn du dieses Beispiel nun auf die Beschaffenheit des menschlichen Bewusstseins überträgst, dann kannst du vielleicht den Wert der Orakularen Sicht erkennen.

Ich habe diese Sicht von Geburt an. Sie ist nichts, was man entwickeln kann, so wie man lernen kann, den Verstand auf eine höhere Frequenz der Wahrnehmung zu sensibilisieren. Die Orakulare Sicht existiert jenseits des menschlichen Verstandes, sie ruht auf der Oberfläche des göttlichen Willens. Der göttliche Wille ist unbegrenzt, er ist allgegenwärtig und allmächtig, frei aller Begrenzungen von Zeit und Raum. Und dennoch wird durch ihn die Ordnung innerhalb des Universums hergestellt und bewahrt, durch den alles sehenden und alles wissenden Willen, den der göttliche Verstand verkörpert. Durch die Orakulare Sicht habe ich ständigen Zugang zu den höheren Welten, zu den erwachten Unsterblichen und den Engelsreichen, die auch als Königreich der Götter bezeichnet werden. Durch sie kann ich die molekulare Struktur deines Körpers wahrnehmen oder den endlosen Pfad erforschen, dem deine Seele gefolgt ist. Ich kann deine karmischen Tendenzen erkennen oder in der Stille dem höchsten Ausdruck deines göttlichen Selbst begegnen. In diesem visionären Zustand gibt es nur Gott/Göttin, tanzend, in der Verzückung des göttlichen Spiels.
Wenn eine Seele eingeschlafen ist und ihre beabsichtigte Bestimmung vergessen hat, nehme ich das als Reflektion eines Schattens der Illusion in dem jeweiligen Leben wahr. Diese Reflektion des Schattens verhindert den vollen Ausdruck des göttlichen Strahlens in dieses Leben hinein. Mit der Orakularen Sicht biete ich mein Seva an, um die individuelle Seele in ihr Erwachen zu begleiten.
Frage: Stimmt es, dass du aus dieser Sicht heraus die Zukunft wahrnehmen kannst?
Aaravindha: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind alle in diesem Moment enthalten. Wenn du eine Landkarte durch ein Vergrößerungsglas anschaust, dann wirst du Straßen, Berge und viele Eigenschaften der Landschaft durch diese Lupe sehr klar wahrnehmen können. Aber du bist auf das beschränkt, was du in diesem Moment durch die Lupe fokussierst. Du siehst nur das, was sich dir von Moment zu Moment offenbart, während du mit der Lupe über die Landkarte fährst.
Stelle dir das gesamte Universum als Landkarte vor und den Blick durch die Lupe als deine Wahrnehmung in diesem Moment. Dann wird klar, dass das gesamte Universum sich dir immer nur als das zeigen kann, was dir die „Lupe deiner Wahrnehmung“ in diesem Moment offenbart. Die Weite und Genauigkeit dieses „Blicks durch die Lupe“ wird beeinflusst von deinen eigenen Erfahrungen und denen des kollektiven Bewusstseins.
Nun stelle dir für einen Moment vor, dass du die Lupe loslässt und dir plötzlich die vollständige Karte, das gesamte Bild offenbart wird. Gleichzeitig hast du immer noch dein Vergrößerungsglas, aber jetzt kannst du die Gesamtheit wahrnehmen, woher du kommst, wo du jetzt bist und wohin du gehst. Es gibt noch ein interessantes Phänomen in dieser neuen Sicht. Du bemerkst, dass das gesamte Geschehen, das du beobachtest, sich nicht wirklich bewegt. Du nimmst alles, also Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in einem Augenblick wahr und gleichzeitig bleibst du bei dem Geschehen dieses gegenwärtigen Moments. Etwas gilt es jedoch zu berücksichtigen, bei dieser Art des Sehens und das ist der freie Wille. Jeder kann, zu jeder Zeit, die Richtung seines Schicksals, seiner Vorsehung ändern. Du bist nicht nur erschaffen, sondern auch der Schöpfer deiner eigenen Realität. Du magst auf einen bestimmten Aspekt deines Schicksals zusteuern und plötzlich fühlst du eine tiefe Verbindung zu deinem innersten Wunsch nach Freiheit. Dieser Wunsch wirkt wie ein Ziehen, ein Drängen in deinem Bewusstsein und du änderst deinen Kurs. Natürlich ist das nicht immer der Fall, weil die meisten Leute nicht ihren freien Willen benutzen. Stattdessen lassen sie sich von ihren Ängsten und Anhaftungen leiten. Diese Leute sind sehr berechenbar, weil sie einfach immer wieder den gleichen Mustern ihrer inneren Landkarte folgen und niemals wirklich erkennen, dass es eine andere Ebene in dieser Landschaft gibt. Und vielleicht sogar noch eine andere Ebene und noch eine und noch eine.
Global gesehen steuern wir als Menschheit sehr schnell auf eine tief greifende planetarische Zerstörung zu. Und dennoch sehe ich, dass diese Zerstörung durch eine kollektive Bewusstwerdung abgewendet werden kann. Ich sehe auch den Einfluss einiger sehr machtvoller verwirklichter Wesen, die einschreiten werden, wenn alles andere gescheitert ist. Es gibt die Gnade, wenn die Menschheit wirklich fehlschlägt und ihre vorhergesehene Bestimmung nicht erfüllt. Die Eltern wünschen niemals die Zerstörung ihrer Kinder.
Frage: Entstehen für dich aus dieser besonderen Sicht und dem was dir dadurch begegnet persönliche Ängste?

Aaravindha: Nein. Es macht mir keine Angst. Ich fühle ein tiefes Mitgefühl für die vielen Menschen und Geschöpfe dieser Welt, die keine Ahnung davon haben, was auf sie zukommt. Es liegt in der Natur des freien Herzens auf den Zustand aller Herzen zu antworten, die gleich sind den verschiedenen Strahlen des Einen Geliebten. Befinden wir uns in einem Zustand der Liebe, arbeiten wir daran, der Heilung aller Wesen zu dienen. Es gibt ein erreichbares Paradies für jeden von uns, würden wir uns einfach der erhellenden, strahlenden Macht zuwenden, die jetzt nach unserer Aufmerksamkeit ruft. Einige Menschen fühlen schon das Licht, das ihre Herzen, ihren Geist und ihre Seele wärmt. Wir werden bald sehen, wer sich zeigt, um zu helfen, und wer dem Ruf widersteht. Das ist der freie Wille. Angst ist kein Thema für mich. Ich folge meiner Inspiration, die mich ruft zu helfen. Und ich folge dem tiefen Wunsch, die Heilung der Wunden meines Einen Geliebten zu unterstützen; so werden viele erwachen, zu dem Einen Vollkommenen Wesen, in jedem von uns.
Frage: Wie würdest du deinen Auftrag beschreiben? deine Bestimmung?
Aaravindha: Als ich noch sehr jung war, ein kleines Kind, konnte ich die Welle der Veränderung, die über diese Welt kommt, deutlich fühlen. Im Laufe meines Lebens habe ich diese Welle beobachtet und gesehen wie sie wächst und an Kraft gewinnt. Als ich jünger war hat das dazu geführt, das ich mich hilflos gefühlt habe. Habe ich über diese Dinge gesprochen, hat mich niemand verstanden, nicht meine Familie und auch nicht meine Freunde. So habe ich in meinem bisherigen Leben beides erfahren, ich habe gekämpft und mich bemüht und ich war gesegnet. Gesegnet durch die Unterstützung der Göttlichen Mutter und der Solaren Unsterblichen, die mich in den Zeiten des Kampfes geführt haben. Zeitweise manifestiert in physischen Formen, häufiger, indem sie durch meine Orakulare Sicht mit mir gesprochen haben. Sie sprachen Worte der Weisheit, die mir Stärke gaben und mich verstehen ließen. Ich habe mich früh in meinem Leben entschieden meine besonderen Gaben geheim zu halten und so meine Verletzlichkeit und Empfindsamkeit zu schützen. So habe ich eine Art Doppelleben geführt, ein Teil blieb im Verborgenen, der andere Teil lebte in der Gesellschaft und in dieser Welt. Es wurde jedoch zunehmend offensichtlich für mich, dass die Unterstützung die ich erhielt und das besondere Geschenk des Orakels nicht für mich allein bestimmt waren. Im Laufe der Zeit habe ich Kurse und Seminare aus den verschiedenen Wissensbereichen angeboten. Für zwanzig Jahre meines Lebens habe ich diese Arbeit fortgesetzt; während dieser Zeit hielt ich meine Orakulare Sicht in mir verschlossen. Wenn mich jemand gefragt hat, woher mein Wissen stammt und wo ich ausgebildet wurde, sagte ich einfach: „Ich bin sehr viel unterwegs gewesen.“ Schließlich kam ich an einen Punkt, an dem die Unsterblichen mich gedrängt haben, mich zu zeigen. Sie machten mir klar, dass ich nicht länger in dieser Welt bleiben konnte, ohne die Reichtümer, die mir geschenkt wurden, völlig zu offenbaren und zur Verfügung zu stellen. Ich habe an diesem Punkt die bewusste Entscheidung getroffen mein Leben in den göttlichen Dienst, in Seva, zu stellen. Kurz danach kam die Göttliche Mutter zu mir, und Sie zeigte mir den gesamten Schmerz und das Leiden unserer gegenwärtigen Welt. Ich fühlte und hörte alle Gebete und Hilferufe an Gott, die in geheimen, intimen Momenten der Hingabe gesprochen wurden. Die Kraft dieses Schmerzes hat mich fast umgebracht. Mein Herz hörte auf zu schlagen, ich konnte nicht mehr atmen. Dann fühlte ich Ihre Hand auf meinem Herzen, Sie gab mir die Kraft weiterzumachen. Ich konnte damals sehr deutlich sehen, dass es nur eine Richtung gab in die ich gehen konnte, mein Ohr dieser Welt zuzuwenden und „Ja“ zu sagen, ohne Verzögerung, ohne Angst. Die enorme Wirkung Ihrer Hand auf meinem Herzen, hat in mir eine Tür geöffnet, hat in mir eine Sichtweise erweckt, die unter anderen Umständen niemals möglich gewesen wäre.
Wenn du dein ganzes Herz in Aufrichtigkeit diesem Leben hingibst, wirst du in dem vollkommenen Licht der Göttlichen Liebe empfangen. Dann ist diese Welt nicht mehr länger die Welt, die du kennst, sie wird zu dem göttlichen Dharma, der göttlichen Absicht, nach der du immer gesucht hast.
Mein Auftrag ist es, eine helfende Hand anzubieten; zu helfen, das Leiden zu erlösen, und das Erwachen der ernsthaften und aufrichtigen Wesen zu unterstützen, die bereit sind mich zu begleiten, in das vollkommene Licht dieser unglaublich wunderbaren Reise, die uns der Heilung und dem Erwachen unserer gegenwärtigen Welt entgegen führt.