Artikel erschienen in der Zeitschrift „Naturheilpraxis“, Juni 2008
Der amerikanische Lehrer und Seher Aaravindha Himadra hat die spirituelle Heilkunst der Jahrtausende alten Solaren Tradition nach Deutschland gebracht. In dieser Tradition ist die Kunst des achtsamen und bewussten Umgangs des Heilers* mit den eigenen Emotionen elementar. Ein Grundgedanke der solaren Tradition ist, dass ein Leben in den sogenannten Qualitäten der göttlichen Absicht Demut, Achtsamkeit, Hingabe und Geduld den Heiler dazu befähigt, klar und unverstrickt das Thema hinter einer Krankheit zu sehen und den Patienten bei seiner Bewusstseinsentwicklung zu unterstützen.
Krankheit und Bewusstseinsentwicklung
Wir leben in einer Welt von immer komplexer und technisierter werdenden Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Neben den damit einhergehenden explodierenden Kosten im öffentlichen Gesundheitswesen folgt in einer solchen Gesellschaft die Aufspaltung der menschlichen Gesundheit in funktional eigengesetzliche Teilbereiche. Der Mensch wird nicht mehr als Ganzheit in der Ganzheit der Welt wahrgenommen. Krankheit wird diagnostiziert, isoliert, spezialisiert und rehabilitiert. Der Körper wird als Maschine betrachtet, Krankheit wird dabei als sinnlose Entgleisung dargestellt, die es zu korrigieren gilt.
Dieser Isolierung diametral gegenüber steht unsere Erfahrung der Globalisierung und damit einhergehend die Erkenntnis, dass alles miteinander in Beziehung steht. Dank des veränderten Bewusstseins über die Vernetztheit aller Dinge sind Begriffe wie Ökologie, Nachhaltigkeit oder Ganzheitlichkeit für viele von uns alltäglich geworden.
Vernetzung macht sich nicht nur in einem veränderten Wirtschafts- und Umweltbewusstsein bemerkbar sondern auch im Verständnis von Heilung. In einer globalisierten Welt sind wir alle herausgefordert, uns selbst in unserer persönlichen Ganzheit, als Teil einer soziokulturellen und natürlichen Umwelt wahr- und anzunehmen und zu erkennen, dass Krankheit grundsätzlich in einem Kontext steht. Wir dürfen immer wieder erfahren, dass eine Krankheit kein isoliertes Phänomen ist, sondern in Bezug zum Ganzen steht. Dieses veränderte Bewusstsein macht uns klar, dass eine rein körperliche Heilkunst nicht wirklich gesund machen kann. Wir können zwar ein Symptom bekämpfen – wenn wir Glück haben, heilt dieses sogar vollständig ab. Aber – wie Herakles im Kampf gegen die neunköpfige Schlange Hydra: schlägt er einen Kopf ab, wachsen gleich zwei weitere nach, bis er den unsterblichen Teil der Hydra besiegt – solange wir nicht zum Urgrund der Krankheit gelangen und keine Erkenntnis stattfindet, findet keine dauerhafte Heilung statt, und die Krankheit nimmt in Form eines neuen Symptoms einen neuen Anlauf um uns eine weitere Chance zu geben, etwas Wesentliches in unserem Leben zu erkennen.
Wir sollten deshalb lernen zu erkennen, dass Krankheit für uns keine Strafe ist, sondern eine Einladung zu unserer Bewusstseinsentwicklung sein möchte.
Umfassendes Heilen
Beziehen wir die Heilung unseres Bewusstseins mit ein, wird schnell klar, dass neben den schulmedizinischen Heilmethoden umfassendere Wege zur Heilung gesucht werden müssen. Der Mensch wird durch körperliche Heilung allein nicht gesund. Gesund werden wir erst, wenn auch unsere Sehnsucht nach Sinn, Liebe, Selbstausdruck und Geborgenheit gelebt werden kann. Dies wiederum umfasst die Einstellung zum Leben, das Wissen über die Naturgesetze und die geistigen Ursachen einer Krankheit. Es beinhaltet das Wissen, dass Heilkraft und Liebe wie auch das Bewusstsein für das Göttliche immer im Menschen verankert sind und jederzeit aktiviert werden können. Wir müssen uns bewusst werden, dass jeder Mensch „den inneren Heiler“ in sich hat. Die Aufgabe eines Therapeuten besteht darin, diesen innewohnenden Heiler im Anderen hervorzurufen, ihn auf seinem Weg ein Stück zu begleiten und Hilfestellungen anzubieten. Die eigentliche Arbeit, die Willigkeit und die Verantwortung für einen Erkenntnisprozess und die Änderung der krankmachenden Umstände, kann kein Therapeut einem Ratsuchenden abnehmen. Der Heiler kann den Patienten nur daran erinnern, sich aus der Machtlosigkeit in die Selbstermächtigung zu begeben, und sich seiner Einflussmöglichkeit auf den eigenen Organismus bewusst zu werden.
Wann geschieht Heilung?
Ganzheitliches Heilen beinhaltet immer auch die Achtung der universalen Einheit von Mensch, Tier, Pflanze und Umwelt. Es umfasst neben der körperlichen Heilung eine verantwortungsvolle Einstellung zum Leben und das Bewusstsein, nicht Herrscher über die Erde, sondern ein Teil von ihr zu sein.
Die Kunst dieser verantwortungsvollen Lebensführung ist ein Grundpfeiler der Solaren Tradition. Sie basiert auf einem Leben im Einklang mit sich selbst, seinen Mitmenschen, der Natur und dem Universum dank der Qualitäten von Achtsamkeit, Mitgefühl, Akzeptanz, Geduld und vielen weiteren Qualitäten der göttlichen Absicht. Diese könnte man als Seinszustände bezeichnen, die im Gegensatz zu krankmachenden Emotionen stehen.(o.k. z.B.:
Dies sind heilsame Seinszustände, die im Gegensatz zu krankmachenden Emotionen stehen.
Die Qualitäten der göttlichen Absicht als Voraussetzung für Heilung
Eine wichtige Voraussetzung in der solaren Heilkunst ist es, die gelernten Heiltechniken im Bewusstsein und dem Verkörpern eben dieser Qualitäten der göttlichen Absicht zu praktizieren. Der Heiler befindet sich dabei in einem Zustand wertfreier Präsenz, frei von persönlichen Emotionen. In dieser achtsamen Gegenwärtigkeit ist man empfänglich für das, was sich zeigen will. Dabei lässt man sich weder von eigenen Vorstellungen noch von den Erwartungen des Patienten manipulieren. Man ist achtsam und offen für alle Möglichkeiten und somit bereit, auf den wirklichen Bedarf des Ratsuchenden zu hören und entsprechende Hilfeleistung zur Aktivierung des inneren Heilers im Patienten zu leisten.
Die vier Ebenen der Heilung
Wann und wie entsteht überhaupt Krankheit, und wie kann Krankheit geheilt werden?
Am eigenen Leib erfahren wir tagtäglich, dass Leben vor allem Eines bedeutet: Veränderung! Stehen wir einer Veränderung skeptisch gegenüber,, oder sind wir gar im Widerstand dazu, entsteht Stress. Je größer der Widerstand, desto größer der Stress, desto größer auch das Risiko, zu erkranken. Widerstand wiederum formiert sich dann, wenn Überzeugungen, Glaubensmuster, Konditionierungen, Weltanschauungen usw. die Intuition überlagern. Die Wahrnehmung für das, was sich zeigen möchte (z.B. der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben wird behindert durch die Konditionierung der Pflichterfüllung) die Seele möchte sich frei und kreativ entfalten können, oder möchte sich ihren Herzenswunsch erfüllen, z.B. auf Weltreise gehen), wird getrübt von den eigenen Vorstellungen, wie etwas zu sein hat, wer man ist. Z.B. der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben wird behindert durch die Konditionierung der Pflichterfüllung.,( Der Verstand** befindet sich im Widerstand zum Erkennen. In den meisten Fällen ist die Ursache einer Krankheit, im Verstand einer Person begründet, welcher sich dem zum Fluss des Lebens widersetzt.
In der Tradition der Solaren Linie ist deshalb eine wichtige Grundvoraussetzung für Gesundheit Veränderungen zu akzeptieren und das Leben zu bejahen.
Elementar für das Geschehen von Heilung ist also einerseits das tiefe Verständnis und auch die Vermittlungsfähigkeit des Heilers dafür, wie und warum Krankheit im Menschen entsteht, d.h. wo Glaubenssätze, Verhaltensmuster und anderes die eigentlich notwendigen Veränderungen blockieren.
Andererseits ist es ebenso wichtig, darauf zu hören, wo genau der Bedarf für Heilung im Ratsuchenden liegt: Heilung kann dabei auf vier Ebenen ansetzen: auf der physischen, der energetischen, der mentalen und letztlich auf der spirituellen Ebene. Jede dieser Ebenen hat im Lauf der Jahrhunderte viele Therapieformen innerhalb- und außerhalb des Wissens der Solaren Heiltradition hervorgebracht und weiterentwickelt. So können z.B. Nahrungsergänzungsmittel Heilung auf der physischen Ebene bewirken, Akupunktur wirkt auf der energetischen Ebene. Ein Sich-Gewahrwerden über das eigene Denken und Handeln kann zu Umdenken und Veränderung im Leben führen und dies bedeutet Heilung auf der mentalen Ebene. Ein Beispiel wäre, dass man sich bewusst dazu entscheidet das Rauchen aufzugeben.
Letztlich ist es jedoch so, dass bei jeder ernsthaften Erkrankung nur durch aufrichtige Akzeptanz der Krankheit, durch Erkennen der genauen Ursachen und die darauf folgende stetige Umsetzung der gewonnenen Erkenntnisse ins Leben dauerhafte Heilung erfolgen kann.
Heilung in der Solaren Tradition
Dies erfordert vom Heiler natürlich einiges: Er muss er fähig sein, sich in Präsenz zu begeben und die Kunst des achtsamen Umgangs mit den eigenen Emotionen erlernt und integriert haben. Wenn man in Emotionen verstrickt ist, ist es meist schwer möglich, das wahre Thema hinter einer Krankheit zu hören, klar zu kommunizieren und den Patienten so bei seiner Bewusstseinsentwicklung zu unterstützen. Demut, Achtsamkeit, Hingabe und Geduld sind Seinszustände, in denen man frei von Emotionen ist. Deshalb ist das Kultivieren der Qualitäten der göttlichen Absicht im Leben eines Heilers so wichtig. Demut z.B. bedeutet offen zu sein für alle Möglichkeiten. Das heißt, der Heiler lernt frei von Konzepten, Vorstellungen und eigenen Verstrickungen wahrzunehmen, welcher Heilungsweg sich wirklich zeigen will.
Die Solare Tradition legt deshalb größten Wert auf die Persönlichkeitsentwicklung des Heilers und Lehrers. Sie basiert auf einer Lebenshaltung des „Nicht-Schadens“ und der Achtsamkeit, welche die Grundlage jeden Moments unseres Seins werden sollte. Spezifische, sehr kraftvolle Meditations- und Mantratechniken unterstützen dabei den Heiler auf seinem Weg und helfen ihm, die oben genannten Qualitäten zu kultivieren.
Befindet sich der Heiler in seiner Heilenergie, kann er je nach Bedarf auf allen vier Ebenen mit dem Patienten arbeiten. Die Solaren Heiltechniken, wie Organtöne (heilende Töne) und Marmatechnik (heilende Frequenzen) sind dabei grundsätzlich auf die Wurzel des Problems und nicht auf Symptombekämpfung ausgerichtet. Töne, Heilschwingungen oder Mantren*** wirken ebenso auf die physische und energetische Ebene ebenso wie auf die mentale und spirituelle Ebene ein. Alle Ebenen können sich gegenseitig beeinflussen. Arbeitet man z.B. mit Organtönen auf der körperlichen Ebene oder wendet bestimmte Heilschwingungen an, kann ein Symptom verschwinden, eine Lebenshaltung sich ändern sich und oder auch eine tiefe Erkenntnis stattfinden.
Die Kunst des Heilens kann nicht als rein akademisches Wissen vermittelt werden. Jeder Mensch hat den inneren Heiler in sich. In einer Ausbildung in Solare Heiltechniken erlernt man deshalb nicht nur Techniken, sondern es wird ein großer Fokus darauf gelegt, die innewohnende Fähigkeit des Heilens zu wecken und zu kultivieren. Heilung im Solaren Sinn soll ist eine Einladung sein, sich auf den Weg zu machen, seine Begabung und Berufung in den Dienst des Ganzen durch Heilung im Ganzen zu stellen, indem man lernt die Selbstverantwortung und Selbstheilungskraft bei sich und anderen zu wecken und so eine Perspektive eines Lebens in Fülle anbietet.
Erstmals weltweit wird nun in Deutschland von qualifizierten Lehrerinnen und Lehrern eine Heilerausbildung in dieser Solaren Tradition angeboten.
Die Ausbildung in den Sambodha Heiltechniken nach Aaravindha Himadra beginnt am 27./28.September 2008.
Oder Anfragen per e-mail an team-heiler@sambodha.org
Per Telefon in Deutschland: Amelie Premshallah und Rtam Kiesel: 08028-909601 und in der Schweiz: Sevithi Kathrin Herzog: 0041-44-3116914
Definitionen:
*Zur besseren Lesbarkeit des Textes sprechen wir hier nur über den Heiler. Selbstverständlich sind bei dieser Benennung immer auch Heilerinnen gemeint
**Verstand wird in der Solaren Tradition als Zusammenspiel von Sinneswahrnehmung, prägenden Erinnerungen, Unterscheidungsfähigkeit und dem Unterbewussten mit seinen verborgenen Wünschen, Ängsten und Hoffnungen verstanden)).
***Mantra: Heilige Töne oder Silben, die in der Meditation oder während besonderer spiritueller Übungen wiederholt werden. Die Schwingungen können bestimmte Qualitäten (wie z.B. Mitgefühl) in uns aktivieren.